Spiegel TV Magazin/RTL: Bereits seit 2008 entmietet „das Bahe-Imperium“ (ALW/BOW) in Berlin

Seit Mitte 2017 vernetzen sich über Bizim Kiez die Mieter*innen der ALW Immobiliengruppe, insbesondere der BOW 1 GmbH (Entmietung weit vorangeschritten), BOW 2 (Entmietung läuft) und BOW 3 GmbH (neuere Käufe). Die Liste der über 40 betroffenen Häuser wächst weiter. Dokumente zeigen, was mit Entmietung gemeint ist.

Der intensive Austausch der von Verdrängung bedrohten Menschen brachte das ALW-System zum Vorschein – Tagesspiegel, ND, B.Z./BILD und Spiegel Online berichteten. Nun der erste TV-Beitrag:

„Herr Bahe, sind Sie ein Entmieter?“

Diese einfache Frage verleitete Geschäftsführer Andreas Bahe zur Flucht. Heimlicher Star des Videos ist Willi Hoffmann. Der 102-jährige wohnt seit 1979 in der Reichenberger Straße 55 und sagt: „Wir müssen was tun!“

Bislang datierten wir den frühesten Verdrängungsfall, den wir Bahe anlasten, ins Jahr 2011. Nun kam ans Licht, dass Andreas Bahe bereits 2008 einen Brief mit folgendem Wortlaut verschickte:

Seitdem wuchs das „Bahe-Imperium“, Spiegel TV besuchte auch eine weitere Mieterin aus dem über Bizim Kiez entstandenen Netzwerk, die folgende Passage von Andreas Bahe vorträgt:

Die Frage „Herr Bahe, sind Sie ein Entmieter?“ lässt sich durch diese Dokumente ziemlich eindeutig beantworten.

Kaufen, umwandeln und in Teilen verkaufen.
Am besten ohne Mieter*innen drin.

Baustadtrat Florian Schmidt spricht im Beitrag von „Wahnsinn mit Methode.“ Die Methode ist das konsequente Ausnutzen einer Ausnahmeregelung, um die in Milieuschutzgebieten erschwerten Umwandlungen der Häuser (von Mietshäusern in Eigentumswohnungen) durchführen zu können. Viele ALW/BOW-Häuser sind bereits in Eigentumswohnungen umgewandelt, und diese dann mit großem Gewinn verkauft.

Über eine beauftragte PR-Agentur lässt das Unternehmen mitteilen, dass es bei der BOW 3 GmbH nicht Methode sei, Mieter zu verdrängen. Dies lässt sich einfach sagen, denn hierbei handelt es sich um die neuesten Käufe, bei denen in der Tat noch nicht viel passiert ist. Folglich wirkt also die Vernetzung der betroffenen Mieter*innen über Bizim Kiez. Derart in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, wird man sich die Verdrängung auch kaum mehr erlauben können.

Musterbeispiel in Sachen Wehrhaftigkeit

Die Reichenberger Straße 55 ist nach aktuellem Wissensstand der neueste Kauf der BOW 3 GmbH. Die gesammelte Hausgemeinschaft gründete einen Verein mit dem Zweck „Erhalt der R55 als Mietshaus“ und setzt sich dafür massiv ein, über die Politik auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene sowie mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit in der Presse und im Hausblog.

Denn: Dieses Haus ist noch zu retten, und auch viele weitere – wenn der „Schlupfkrater“ (Genehmigungspflicht in den Bezirksämtern, wenn Eigentümer die Wohnungen nach Umwandlung für 7 Jahre den Mieter*innen zum Kauf anbieten) im Bundesgesetz geschlossen wird, der die Berliner Umwandlungsverordnung aushebelt. 2018 geht der Kampf weiter – auf dass die Reichenberger die positive Variante zur Rigaer wird.

Bahe kauft, wo Ärger nicht weit ist

Sorge der Bewohner*innen ist es in der Tat, dass sich im Zuge der für Januar angekündigten Räumung der benachbarten Gerhard-Hauptmann-Schule der Ton im Kiez verschärft – es macht das Gerücht die Runde, dass die ALW von Andreas, Ludmilla und Walter Bahe auch die Lausitzer Straße 9 kaufte, nachdem die Familie Gülbol auf die Straße gesetzt wurde.

Über die neuesten Entwicklungen in der Reichenberger 55 berichtet „Tagesspiegel Leute„ausführlich am 21.12.17

Liste der bekannten Häuser mit Karte und weitere Details

Alles über die BOW/ALW lesen …

 

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