Entmietung in BOW / ALW Immobilien

UPDATE – mehr Infos hier

  • Investor gibt auf: Nach mindenstens acht Hausverkäufen der ALW Immobilien wurden nun die BOW 2 und BOW 3 GmbH aus dem Firmengeflecht veräußert – für vermutete 130 Millionen € als sogenannter Share Deal
  • Kein Aufatmen für über 1.000 Berliner Mieter*innen in 26 betroffenen BOW-Häusern: Auch die neue Eigentümerin Deutsche Wohnen steht in der Kritik
  • Fortsetzung des Entmietungsgeschäftes? – DW-Partner Jacobo Mingazzini spricht in einer Pressemeldung der Accentro AG über „Nachschub in der Privatisierungspipeline“
  • Sparkassen-Affäre in Niederbayern durch Bericht der Süddeutschen Zeitung über BOW-Geschäfte

Was bisher geschah:

Bizim-Kiez wirkt: Bewohner*innen von 40 Häusern der ALW-Gruppe (ALW Immobilien, BM Immobilien, BS Immobilien, Bahe GbR, BOW 1 / BOW 2 / BOW 3 GmbH) stellten sich gegen „Verdrängung als Geschäftsmodell“. Im Mai 2017 startete die Vernetzung im Rahmen einer Demo.

Die Entmietertitelte Spiegel Online im November 2017, kurz darauf durchleuchtete auch Spiegel TV Magazin/RTL die Machenschaften von Andreas Bahe in den letzten 10 Jahren:

Bereits 2011 berichtet der TIP („Häuserkampf„) über Geschäftsführer Andreas Bahe und Abmahnungen, Kündigungen, Räumungsklagen. Seit die Betroffenen Bizim-Kiez als Plattform nutzen und sich gesammelt wehren, agiert Bahe nicht mehr „unter dem Radar“:

123 ALW-Mieter*innen melden sich mit 100 persönlichen Statements zu Wort. Einen Offenen Brief unterzeichnen sie mit Namen, Adresse, Alter und Beruf und setzen ein klares Zeichen: Wir sind die Mitte der Gesellschaft und wehren uns gegen die Entmietung zu Spekulationszwecken.

„Von Dritten gesteuerte linke Aktivisten, die nichts zum wohnungspolitischen Diskurs beitragen“ – dem Vernehmen nach war dies ein Diskreditionsversuch von David Eckel PR. Die von Andreas Bahe beauftragte Firma wirbt für sich: „Über Pressearbeit und Lobbying lassen sich (…) Krisen-Situationen z.B. durch Bürgerinitiativen oft verhindern.“

Beantwortet wird der Brief u.a. von der Senatorin für Stadtentwicklung, Karin Lompscher. Der  Kommentar aus dem Bundestag lautet „Perverses Geschäftsmodell„. Ein Auszug des Medienechos über die Machenschaften von ALW/BOW/Bahe:

Die ALW-/BOW-Gruppe kauft gezielt in Milieuschutzgebieten zahlreiche Häuser

Das simple Ziel sind Aufteilung, Entmietung und Weiterverkauf. 100 Prozent Gewinn sind machbar und gehen auf Kosten der verwurzelten Bewohner*innen. Skizze des Ablaufs:

  • Ankauf der Immobilie
  • Modernisierungsmaßnahmen mit teils extremen Mietsteigerungen als Folge – ein unerwünschter Aufzug und Balkon kostet bis zu 200 Euro/Monat
  • Abmahnungen auch für Nichtigkeiten (Schuhe vor der Tür, Pflanze auf dem Balkon), Nutzung jeglichen Kündigungsgrundes gerade bei WGs oder oftmalige Anzweifelung der vom Vorbesitzer übernommenen Untermietverhältnisse – jeweils mit dem Ziel der Entmietung
  • Weiterverkauf nach Aufteilung in Eigentumswohnungen. Diese ist nach Landesregelung in „Gebieten zum Schutz der sozialen Wohnstruktur“ genehmigungspflichtig, wird aber von einem „Schlupfkrater“ im Bundesbaugesetz ausgehebelt.

Passend dazu die Stepstone-Stellenanzeige von ALW Immobilien. Zitat eines Ex-Eigentümers:
„Es tut mir leid. Hätte ich gewusst, dass das solche sind, hätte ich an jemand anders verkauft.“

Wer steckt hinter ALW und BOW?

Besonders im Fokus stehen die BOW 1 GmbH, BOW 2 GmbH und BOW 3 GmbH mit Sitz in Pfarrkirchen bei Passau. Neben Andreas Bahe sind Steueranwalt Wolfgang Oswald samt Sohn Markus in der Geschäftsführung. Bei deren Oswald Stiftung bedankt sich die Bahnhofmission München für eine „sehr großzügige Spende“ in Höhe von 5.000 Euro – das ist der geschätzte Bruttogewinn aus 2 bis 3 Quadratmetern entmieteten Wohnraum in Berlin.

Das weitere Bahe-Netzwerk

Man bezeichnet sich selbst als „ALW Gruppe“, bezugnehmend auf die ALW Immobilien GmbH (die Bahes heißen Andreas, Ludmilla/geb. Nassadjuk und Walter). Die Selbstbeschreibung liest sich freilich anders: „Die ALW-Immobiliengruppe ist ein erfolgreiches mittelständisches Immobilienunternehmen in Familienbesitz und seit 1993 im Markt tätig mit dem Geschäftssitz in 10117 Berlin, Hausvogteiplatz 3-4.“ An dieser Adresse stehen die BOW GmbHs ebenso auf an der Klingel wie die BM Immobilien GmbH mit den Geschäftsführern Andreas/Walter Bahe sowie Erik Muszelweski. Die „Bahe GbR“ von Walter und Ludmilla Bahe besitzt weitere Objekte. Im Frühjahr 2018 häufen sich Verkäufe der ALW Immobilien – löst sich diese auf?

Auf Seiten wie northdata.de lässt das weitere Netzwerk mit den Paninvest-Firmen, WM Grundbesitz und RMI-Immobilien recherchieren, Sitz zumeist in Pfarrkirchen/Bayern.

Übersichtskarte der BOW/ALW Immobilienobjekte mit Verdrängungsdruck aufrufen

Nachfolgend eine Übersicht der derzeit bekannten Häuser. Weitere bitte melden an  stop-bow-alw@bizim-kiez.de. Alle Angaben nach bestem Wissen, zusammengetragen von Betroffenen. Etwaige Korrekturen bitte melden, diese werden umgehend vorgenommen.

Kreuzberg

  • Reichenberger Str. 55 – nach dem Kauf durch die BOW 3 GmbH gründeten die Mieter*innen einen Verein mit dem Zweck „Erhalt als Mietshaus“, alle Geschehnisse werden öffentlich protokolliert. Es wurde eine Abwendungserklärung zum Vorkaufsrecht des Bezirks im Februar 2017 unterzeichnet, an deren Aushandlung laut Berliner Zeitung Michael Schill beteiligt war: Er ist gleichzeitig „Asset Manager“ von ALW/BOW und stellv. CDU-Vorsitzender im Ortsverband des CDU-Bundestagsabgeordneten Jan-Marco Luczak, der einen besseren Mieterschutz auf Bundesebene verhinderte. Diese betrifft bspw. die…
  • …Friesenstr. 14, wo so die Berliner Umwandlungsverordnung für Eigentumswohnungen ausgehebelt wurde. Mieterhöhungsklagen; Anzeige wegen Aushang im Treppenhaus, der potentielle Wohnungskäufer auf die drohende Verdrängung hinwies. Bezirk genehmigte bodentiefe Fenster nicht; Angebot „Cash gegen Auszug: je eher, desto mehr“.
  • Lübbener Str. 20 – Freitagmorgen zur Arbeit gehen, und abends hat man einen Balkon – 3,9 m2 neu zur Wohnung, ganz ohne Ankündigung? So etwas gibt es bei der BOW. Anwohner: „Wir waren letzten Sommer sehr aufgebracht und haben auch mit Politikern und Ämtern etc. Kontakt aufgenommen, alles verlief zunächst ins Leere, aber Klagen waren erfolgreich. Mieter sind trotzdem rausgeflogen, Wohnungen trotzdem saniert und für horrende Summen verkauft.“
    Das Haus wurde im Herbst 2014 an die BOW 2 GmbH verkauft, der Umwandlungsantrag vor dem Stichtag 15.3.2015 eingereicht und deswegen bewilligt (vgl. Friesenstr. 14)
  • Oppelner Str. 28 – 2014 bereits aufgeteilt gekauft, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen teilweise ohne Ankündigung. Aus zwei Wohnungen wurden bereits Mieter verdrängt, diese modernisiert und für 5.300€/m2 weiterverkauft, wovon eine zur Zeit leer zu stehen scheint. Ein Mieter wurde erfolglos durch drei Instanzen verklagt, weil er beim Ändern der Bankverbindung der BOW 2 GmbH einen Fehler machte und die Miete unbemerkt nicht ankam. Die Klage wurde abgewiesen, der langjährige und korrekte Mieter kann bleiben. Die aktuelle Situation der Sozialhilfeempfängerin im Parterre ist jedoch unklar: Ihr wurde am 5. Mai außerordentlich zum 10. Mai 2017 gekündigt, laut Auskunft des Anwalts wurde die Klage ohne Angabe von Gründen fallen gelassen (Juli 2017).
    Im Hinterhaus sitzt seit über 30 Jahren der Selbsthilfeverein „Leben und Lachen e.V.“, der das Haus in Eigenleistung mit Senatsmitteln instand gesetzt hat und seit dem auch instand hält – Angebot 6,2fache der bisherigen Miete! Ansonsten Kündigung zum 31.12.2017. Verhandlungen wurden von Vermieterseite abgebrochen und der Teil des Hauses einfach weiterverkauft. Offensichtlich wurde der Verein der BOW zu unbequem! Mit dem neuen Vermieter wurde Kontakt aufgenommen und Verhandlungen wieder aufgenommen.
  • Boppstraße 11-12/Kottbusser Damm 22 (Kino Moviemento), Zuschriften von dort:

„Hier standen bis zu 15 Wohnungen leer, manche sind schon seit 2 Jahren unbewohnt. In Zeiten von Wohnungsnot und überfüllten Geflüchtetenunterkünften ist das ein Skandal.“
„Seit Monaten leiden wir unter Lärm und Dreck, weil ununterbrochen Bauarbeiten in leerstehenden Wohnungen durchgeführt werden. Oft wird auch samstags und manchmal sogar sonntags gearbeitet.“
„Wo in einer typischen 2-Zimmer-Wohnung vorher zwei Personen wohnen
konnten, befindet sich jetzt eine Wohnung mit Wohnküche und einem
Schlafzimmer. Durch die Wohnungsumbauten wird kein Wohnraum geschaffen,
sondern im Gegenteil verknappt.“

  • Arndtstr. 38: Zu diesem ALW-Haus titelte der Tagesspiegel bereits im April 2011: „Monopoly im Chamissokiez“ – inzwischen drohen die ersten Kündigungen wegen Eigenbedarf. Das Haus wurde ca. 2011 der Firma Tækker abgekauft und in Eigentumswohnungen umgewandelt: „Das gesamte Modernisierungsprogramm wurde abgespielt, man kam sich vor wie in einem Theaterstück für acht Handwerker. Bei einer Wohnungsbesichtigung verhielt sich Familie Bahe rüpelhaft und aggressiv.“
    Einige sind ausgezogen, einige haben gekauft und einige sind neu hinzugekommen als Eigentümer, die in ihrer Wohnung leben. Derzeit noch vier Wohnungen zur Miete.
  • Fidicinstr. 42: Kauf durch BOW 2 GmbH Ende 2016, 16 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten betroffen.
  • Lübbener Str. 21: Verkauft mit wirtschaftlichem Übergang rückwirkend zum 1.1.17 an die BOW 3 GmbH. Mitgeteilt wurde den Mietern dies mit einem auf den 7.4.17 datierten Schreiben. Mit einem Schreiben vom 24.2.17 wurden die Mieter vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bereits über den Verkauf informiert, weil die BOW eine Abwendungserklärung zum Vorkaufrecht unterzeichnete, die den „Käufer dazu verpflichtet hat, (…) auf Mieterhöhungen nach Modernisierungen gem. § 559 BGB zu verzichten.“ Das Haus wurde am 15. Juni 2017 auf Antrag vom 30. Mai 2017 in 27 Einheiten aufgeteilt.
  • Lübbener Str. 24 – Ende 2016 von der BOW 2 GmbH gekauft
  • Mariannenstr. 31/32 – (TIP Artikel von 2011: Andreas Bahe, „Einige nennen ihn Miethai“ – Auszug rechts); mehr als 2/3 in Eigentumswohnungen umgewandelt, Mieter*innen berichten von Schikanen in allen Formen, die auch von außen sichtbar sind: Es wurden  Balkone angebaut, aber nur die Eigentumswohnungen bekommen eine Tür; seit mind. 2011 BOW 1 GmbH. In Spiegel TV berichtet eine Mieterin von den Schikanen
  • Monumentenstr. 19 – ca. 2014 von ALW gekauft, langer Leerstand von vier Wohnungen, ab Sommer 2017 Renovierungen, über deren Umfang jedoch keine Auskunft gegeben wird, erfolgloser Kündigungsversuch wegen Einzelfehler bei Mietzahlung; Zitat: „Man hat erkennbar kein Interesse an den Bewohner*innen und möchte uns loswerden.“
  • Oranienstraße 9 – Verdrängung (kein Einzelfall: Anzweifeln der vom Vorbesitzer übernommenen Untermietverhältnisse) und Leerstand, BOW 2 GmbH
  • Jahnstr. 3  wurde zum 1.2.17 an die BOW 3 GmbH verkauft
  • Segitzdamm 8, Prinzessinnenstr. 32 – zum 1.3.2016 an die BOW 2 GmbH verkauft. Sozial schwache Mieter werden verdrängt
  • Wiener Straße 54 – BM Immobilien seit etwa 2015: Neue Balkone für März 2018 angekündigt, wodurch sich die Kaltmiete bspw. um ein Viertel erhöht
  • Fichtestr. 2 – Haus wurde ca. 2009 bereits aufgeteilt gekauft und die Wohnungen sodann einzeln verkauft, derzeit noch eine Mieterwohnung. Versuchte Eigenbedarfsklagen für Sohn Andreas Bahe, der als Geschäftsführer Zugriff auf 1.200 Wohnungen in Berlin hat. Ebenso im Besitz der Walter u. Ludmilla Bahe GbR, Hausvogteiplatz 3-4, Berlin, wie die
  • Fichtestr. 30 – „Jede Chance zur Mieterhöhung wird genutzt“, hier erfuhren die Mieter*innen Anfang 2018 durch Zufall, dass das Haus zuvor aufteilt wurde

Neukölln

  • Friedelstr. 9 – gekauft von der BOW 3 GmbH zum 1.1.2017
  • „Im Dezember 2016 hat die BOW 2 GmbH die Friedelstr. 23/23a mit jeweils 10 Parteien gekauft. Die Teilungserklärung in Eigentumswohnungen erfolgte ebenfalls im Dezember 2016. Das Objekt ist für Investoren vermutlich auch deswegen interessant, weil ein Teil des Hinterhofes noch unbebaut ist. Seit Januar 2017 steht mindestens eine Wohnung leer nachdem ein Bewohner verstorben ist. Die Häuser werden von der Hachmann Hausverwaltung betreut, die (vermutlich keine böse Absicht, sondern einfach zu viel Arbeit) entweder gar nicht oder sehr spät reagiert (Emails bleiben schon mal mehrere Wochen unbeantwortet). Und statt den Bewohnern das Guthaben nach der letzten Heizkostenabrechnung einfach auf ihr Konto zu überweisen, erhielten alle ein Schreiben, das man umständlich ausfüllen (Name, Wohnungsnummer, Guthaben-Betrag, IBAN und BIC) und dann an die Hausverwaltung schicken sollte. Die Portokosten musste man ebenfalls selbst tragen. Ich persönlich habe das als kleine Schikane empfunden, da völlig umständlich und vermutlich nur zu dem Zweck, weil einige Bewohner es vergessen oder zu faul zum Ausfüllen sind – bei geschätzt mehreren hundert oder tausend Wohnungen, welche die Hachmann Hausverwaltung betreut, kommt da vermutlich schnell ein größerer Betrag zustande. Seit der Übernahme wurde außerdem zweimal die Gaszufuhr wegen eines Gaslecks unterbrochen für jeweils ca. eine Woche. Die Bewohner hatten in dieser Zeit keine Heizung, kein Warmwasser und keine Kochmöglichkeit. Ansonsten hat sich nichts verändert, Wohnungsverkäufe, Sanierungsmaßnahmen oder Angebote/Aufforderungen zum Auszug sind nicht bekannt.“
  • Friedelstr. 18, Lenaustr. 18/19 – 2014 unangekündigter Anbau von Balkonen, es wurden bereits diverse Wohnungen bereits als Eigentumswohnungen veräußert, seit die BOW 2 GmbH das Haus 2013 kaufte
  • Erlangerstr. 9/10 – ging zum 1.4.2017 an die BOW 3 GmbH (ca. 3,9 Millionen für ca. 1.700 m² Wohnfläche), Verkaufsprozess seit September 2016. Vorheriger Eigentümer war Marc Finzel, der das Haus 2006 für 700-750 T€ kaufte. Die Teilungserklärungen in über zwei Dutzend Eigentumswohnungen erfolgte bereits 1999.
    2005/6 wurden den damaligen Mietern, von denen noch sechs Parteien im Haus wohnen, die Wohnungen zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde aber widerrufen.
    Trotz Milieuschutzgebiet haben die Sanierungsverwaltungstelle und das Bezirksamt dem Verkauf Ende 2016 zugestimmt, da es sich bei einem Kaufpreis von € 2.300,- je m² um eine wirtschaftlichen Kaufpreis handelt.
    Verhandlungen im Vorfeld des Verkaufs mit Jochen Biedermann (inzwischen Baustadtrat in Neukölln) verhandelt und nach dem Verkauf im März 2017 ein Treffen mit Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey und Herrn Biedermann, diese wollten ein Treffen mit den Eigentümern arrangieren, kam bislang nicht zu Stande.
    2013 (vor BOW) wurde die Fassade hinten gedämmt, Klage/Verfahren seit Herbst 2015 vor dem Amtsgericht Neukölln; Urteilsverkündung war für den 18. Juli geplant und vertagt. Seit Herbst 2017 Leerstand.
  • Altenbraker Str./Nogatstr. – BOW 2 GmbH, „Verdrängung, kein Interesse an Einigung“
  • Donaustr. 117 – zum 1.1.17 an die BOW 3 GmbH verkauft, Hausverwaltung Hachmann zeichnet sich nicht durch zügige Reaktion aus.
  • Roseggerstr. 9/Wilhelm-Busch-Straße 22 – gekauft 2013, dem „Betreuten Wohnen“ im Haus wurde alsbald gekündigt; Mieterhöhungen

Prenzlauer Berg

  • Bötzowstr. 7 – BM Immobilien, akuter Verdrängungsfall einer sozial benachteiligten Person wurde Anfang 2018 wohl zwecks „Vermeidung schlechter Presse“ zunächst entschärft
  • Gleimstr. 58 – Im Juli 2016 von BM Immobilien (Andreas Bahe, Walter Bahe und Erik Edgar Muszelewski) gekauft, die Mieter*innen erfuhren erst jetzt, dass das Haus bereits 2002 in Eigentumswohnungen aufgeteilt wurde, was den mietrechtlichen Schutz enorm schmälert. Start der „Sanierungs“ankündigungen im Juli 2017 samt Mieterhöhungen: ca. 90 Euro für Balkone, ca. 80 Euro für Aufzüge – macht zusammen über 2.000 Euro im Jahr, pro betroffener Wohnung. In den Briefen wurde auf eine schnelle Zustimmung gedrängt. Versuch des Vergrößerns von Balkonen.
  • Danziger Str. 153 mit Bötzowstr. 54  und 56 – „Die BOW 2 GmbH ist seit Sommer 2015 Besitzer, alle Mietwohnungen wurden in Eigentumswohnungen aufgeteilt. Stand Herbst 2017: „Die BOW 2 wollte (auf Nachfrage) Wohnungen verkaufen, allerdings zu teuer, auch waren sie nicht bereit, relevant zu verhandeln. Mittlerweile wurden mindestens 2 Wohnungen saniert, mind. eine davon verkauft (sie wird von den Käufern bewohnt), eine steht seit mind. 6 Monaten leer. Weitere Wohnungen werden aktuell saniert. Mind. einer Nachbarin wurde angeboten, gegen Geld auszuziehen, im Haus sagt man, dass sie annahm. Eine WG musste ausziehen. In der Bötzowstr. 56 wurden Balkone angebaut. Im Raum steht, ob in allen Häusern das Dachgeschoss ausgebaut wird. Angeblich wurde es beschlossen, bislang wurde aber noch nicht begonnen. Bislang lief alles halbwegs fair ab.“

Schöneberg

  • Goltzstr. 15 – BOW 2 GmbH, gekauft in 2016, Sanierungsankündigung samt Mieterhöhung für Balkone im Juni 2017, Baubeginn Oktober 2017

Wedding

  • Exerzierstr. 34  – wohl ca. 2013 von ALW gekauft,  „seitdem geht es stetig bergab“. Fassade undicht, Keller nass, „und ALW unternimmt nichts“, sendet stattdessen Mieterhöhungen.

Verkäufe der ALW Immobilien GmbH im Frühjahr 2018 – Infos

Kreuzberg – an Akelius:

  • Lausitzer Str. 8 – ALW seit etwa 2014, Dachgeschossausbau

Kreuzberg – an Quartier Hasenheide GmbH

  • Wrangelstr. 62 – ALW seit ca. 2010, Dachgeschossausbau seit 2012 geplant, Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen am 16.3.16; im Herbst 2017 „erhöhtes Auftreten von Anzugträgern im Haus“
  • Wiener Str. 50, Hasenheide 67 und in Neukölln: Reuterstr. 37

 Mitte / an Brandenburg Realty Property 7 Coöperative mit Sitz in Amsterdam

  • Linienstr. 71 – 10 von 23 Wohnungen standen leer, teils seit 1.5 Jahren. Das Haus ist mit dem Hinterhof der Torstr. 114 verbunden, ebenfalls ALW.Information an Mieter über den Eigentümerwechsel am 2.10.15, seither wurden Mieter verdrängt und Wohnungen nicht neu vermietet nach Auszug oder Todesfall. Modernisierungen wurden noch nicht durchgeführt, außerdem wurde einzelnen Mietern persönlich gedroht, dass sie „sowieso bald raus müssen“ – natürlich ohne schlaghaltige Begründung.
  • Torstr. 114 – vgl. auch online-handelsregister.de als Adresse der BOW 1 GmbH
  • Anklamer Str. 20

Verkauf an BOW erfolgreich verhindert

  • Liberdastr. 10 – „Vorkaufsrecht als Ausweg – Neukölln bremst Spekulanten aus“ berichtete zunächst die TAZ: „Vor einigen Monaten hat die Firma BOW aus dem niederbayrischen Pfarrkirchen die Liberdastraße 10 in Nord-Neukölln gekauft. (…) „Offenbar ist es das Geschäftsmodell des neuen Eigentümers, die Wohnungen in Eigentumswohnungen umzuwandeln und teuer zu verkaufen.“
    Dann vermeldete die BILD, dass das Haus tatsächlich der BOW entrissen wurde und an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ ging – erstmalig in Neukölln

Häuser der BOW/ALW – teils abgeschlossen, weiterverkauft, entmietet

  • Graefestr. 80: ca. 2011 in Besitz von ALW Immobilien GmbH der Familie Bahe, die nach Modernisierungsankündigung das Haus ohne eigene Baumaßnahmen an eine GbR weiterveräußerte. Verkauf der Wohnungen als Eigentumswohnungen. Vorder-/Hinterhaus wurden komplett saniert und wärmegedämmt, Dachgeschosse ausgebaut, an jedes Haus ein Aufzug angebaut, Balkone erneuert/zusätzliche über Eck angebracht, neue Klingelanlage, Tableau – alles was machbar war, hat man dort gemacht. Mieter wandten sich damals an Klaus Wowereit
  • Saalestrasse 34 (Bahe GmbH & Co. KG, Baden-Baden, Hildastr. 27): 2013 gekauft. Dach neu gedeckt, hintere Fassade wärmegedämmt, neue Balkone & Fenster, neue Klingelanlage und Tableau. Weiterverkauft?)

Weitere Objekte

  • Leuschnerdamm 21 – ging der Recherche nach nicht an BOW, sondern PSC Gmyrek GmbH aus Braunschweig, Status: „Es läuten sämtliche Alarmglocken: Fast alle Mieter mussten ihre Keller räumen, die Hausreinigung wurde eingestellt, Fahrräder entfernt, aggressive Briefe“
  • Brentanostr. 52
  • Pappelallee 18
  • Bundesallee 79a

Hausverwaltung für BOW ist in der Regel die Firma Ernst G. Hachmann GmbH.
[Alle Angaben nach bestem Wissen. Eventuelle Korrekturen bitte melden]

Unser Ziel: Betroffene Mieter_innen kraftvoll vernetzen und Methoden zu entwickeln, um gegen den Entmietungsdruck der BOW und ALW anzukommen. Mieter_innen sind weder rechtlos noch machtlos. Meldet Euch unter stop-bow-alw@bizim-kiez.de.

Alles zur Vernetzung der Mieter/innen in BOW/ALW Häusern