Eröffnung des Share Dealer Salons als satirische Nachbarschafts-Comedy

Pressemitteilung, 20.8.2018

Share Deals sind ein wesentlicher Bestandteil in der Organisation von Verdrängung. Die steuerfreien Transaktionen von Firmenanteilen ermöglichen es den Immobilienunternehmen, ihre Geschäfte vorbei am Staat zu machen. Für die Gesellschaft bedeutet das: Ausfälle an Steuereinnahmen für dringend gebrauchte soziale Maßnahmen, kein Milieuschutz trotz beschlossener sozialer Erhaltungsordnung und ungebremste Verdrängung aus den Städten. Um das zu skandalisieren macht Bizim Kiez am Mittwoch eine Kundgebung.

Über die Flyer hat die Nachbarschaftsinitiative zur Warnung „Achtung Kunst“ geschrieben, damit auch deutlich wird, dass die Werbebotschaft satirisch gemeint ist. Die Initiative „Bizim Kiez – Unser Kiez“ eröffnet als Comedy-Kundgebung einen „Share Dealer Salon“ vor der Wrangelstraße 77 in Kreuzberg. Sie wollen damit zeigen, wie das Geschäftsmodell aufgebaut ist, mit denen Immobilien-Spekulanten traumhafte Gewinne erzielen und die Verdrängung ungehindert vorantreiben können.

„Die Menschen im Kiez sollten nicht erschreckt werden, aber doch sehr klar vor Augen geführt bekommen, wie unglaublich Share Deals im Immobiliensektor sind. Obwohl viele GmbHs keinen anderen Zweck haben, als Eigentümerin eines Hauses zu sein, verlangt der Staat bei einem Verkauf der GmbH-Anteile keine Steuern. Die Grunderwerbssteuer von 6,5 % zahlen in Berlin nur die Dummen“ sagt Steff Hengge, die in der Rolle einer „Bad Bank“ an der Kundgebung teilnehmen wird.

Dem Land Berlin entgehen durch Share Deals nach Schätzungen von Finanzsenator Matthias Kollatz jahrlich mindestens 100 Mio Euro. Für Deutschland liegen die Schätzungen zwischen 690 Mio € und mehreren Milliarden. Trotzdem haben die Finanzminister der Länder keinen vernünftigen Vorschlag zur Reform des Steuerrechts hinbekommen. Der Vorschlag, die Anteilsgrenze bis zu der Anteile steuerfrei verschoben werden können von 94,5 % auf 90 % herabzusenken, gilt in der Immobilienbranche als Geschenk.

„Auch der Milieuschutz mit dem kommunalen Vorkaufsrecht für Dritte wird durch Share Deals ausgehebelt. Da beim Eintrag im Grundbuchamt alles beim Alten bleibt – Eigentümerin des Hauses ist auch nach einem Verkauf der GmbH immer noch dieselbe GmbH – bekommt der Bezirk überhaupt nichts mit von dem Geschäft und kann auch nichts dagegen tun” erklärt Magnus Hengge den Trick der Immobilienunternehmen. „Wir beobachten bei uns im Kiez, dass immer mehr Häuser in Form von Share Deals verkauft werden, um die inzwischen starke Abwehrpolitik gegen Verdrängung aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zu umgehen.“

Termin der Bizim Kiez-Kundgebung:

Ort/Zeit: Mittwoch, 22. August 2018, ab 19 Uhr vor Wrangelstr. 77, 10997 Berlin
Motto: Neueröffnung des Share Dealer Salons
Programm: Satirische Comedy-Performance, Fakten zu verschiedenen Share Deals im Kiez (einschließlich zu Wrangelstr. 77 – mit ehemals Bizim Bakkal), politische Reden, mehrere Bands und Solo-Acts begleiten den Abend
Fotos: Die Aktion produziert viele Bilder zur Illustration von Berichten

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Hintergründe und Quellen:

 

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