Erfolg: Cuvrystr 44/45 wird kommunalisiert und die Mieter/innen vor Verdrängung bewahrt

Und wieder haben wir es geschafft: Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzbergwendet sein Vorkaufsrecht für Dritte in der Cuvrystr 44/45 an und die WBM (Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte) wird „begünstigt“. Das heißt das Haus wird „kommunalisiert“ und die Mieter/innen im Haus, die sich als Initiative „Cuvry 44 / 45 Bleibt“ organisiert haben, brauchen die Verdrängung nicht mehr unmittelbar zu befürchten.

Das Haus war mit 1,9 Mio € spektakulär günstig und deshalb wohl ein spekualitves Fressen für den erfolgreichen Immobilienmakler David Borck, der geschäftsführender Gesellschafter von David Borck Immobiliengesellschaft mbH ist, hier aber stets als Privatmann agierte, der das Haus als „Absicherung seiner Altersvorsorge“ bewirtschaften wollte. Dies sollte bedeuten, dass umfangreiche Sanierungen gemacht worden wären, die auch “entsprechend umgelegt” würden, hatte Borck bei einem Gespräch mit den Mieter/innen, die er mitkaufen wollte, unverhohlen deutlich gemacht. „Natürlich habe ich eine Renditeerwartung.“

Nun werden wir sehen, was die Übernahme durch die WBM für die Mieter/innen in den nächsten Jahren bringt, den zunächst scheint eine längere Zeit der Rechtsstreitigkeiten anzustehen. In einem Bericht bei rbb24 ist die Aussage von David Borcks Anwalt zu lesen: Man rechne mit zwei Jahren Verfahrensdauer und sei bereit, „durch sämtliche Instanzen zu gehen“.

Baustadtrat Florian Schmidt bestätigt auf unsere Anfrage, on die Abwendungsvereinbarung, wie sie David Borck vorgelegt wurde nun eigentlich die Grundlage für den Deal mit der WBM sei?
„Ja so ist es. Die WBM unterschreibt eine Verpflichtungserklärung mit den selben Inhalten. Allerdings hat sich die WBM im Fall der Cuvrystr 44/45 auch an die Kooperationsvereinbarung mit dem Senat zu halten. Die Bedingungen verbessern sich also noch mehr.“


Pressestimmen zum erzielten Erfolg:

Die taz. die tageszeitung hat den Fall mit mehreren Artikeln begleitet: Zum Abschluss http://www.taz.de/Vorkaufsrecht-in-Xhain/!5451101/ – zwischendurch http://www.taz.de/!5444829/ und zur Dokumentation der Proteste http://www.taz.de/!5444080/

Der Tagesspiegel titelt „Berliner Bezirk verhindert Hausverkauf an Investor“ und schreibt im Newsletter für Friedrichshain-Kreuzberg einen ausführlichen Bericht über die Ereignisse.

Bei rbb24 wird besonders darauf hingewiesen, dass David Borck gegen die Ausübung des Vorkaufrechtes klagen will: Unterlegener Cuvrystraßen-Käufer kündigt Klage an. Darin wird Borcks Anwalt zitiert: Man rechne mit zwei Jahren Verfahrensdauer und sei bereit, “durch sämtliche Instanzen zu gehen”. Eine “gütliche” Einigung mit dem Bezirk sei auch möglich.


Alles zum Fall Cuvrystr 44/45 auf unserer Website lesen

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.