Pressemitteilung von Berlin vs. Amazon: Demonstration „Save your Kiez – Fight Amazon“

Bizim Kiez ist Teil der Protestkoordination Berlin vs. Amazon. Diese organisierte am 22.2.2020 zusammen mit anderen Gruppen die erste Demonstration gegen den Bau des Amazon-Towers in Friedrichshain und gegen den Technologie-Großkonzern.

Die erste Demonstration von Berlin vs. Amazon rückt die Kieze um das geplante Hochhaus an der Warschauer Brücke in den Fokus: Amazon hat bekannt gegeben, mit rund 3400 Mitarbeiter*innen im Entwicklungsbereich 28 der 35 Stockwerke zu beziehen. Zur Aktion rufen u.a. Berlin vs. Amazon, Kiezkommune Friedrichshain, Tech Workers Coalition Berlin, Black Pond Antifa sowie Kulturinitiativen aus dem RAW-Gelände auf.

An der Metropolregion San Francisco, Oakland und Silicon Valley lassen sich die Folgen eines unkontrollierten WebTech-Urbanismus gut nachvollziehen: dort befinden sich mittlerweile die teuersten Grundstücke der Welt, die zu enormen Mietpreissteigerungen in der Peripherie geführt haben. Ehemalige linksalternative und aktivistisch geprägte Nachbarschaften werden hyperkapitalistisch transformiert. Ähnliche Entwicklungen können für Friedrichshain und ganz Berlin erwartet werden und die sowieso schon angespannte Lage droht sich weiter zu verschärfen: Die lebendige Kiezkultur mit einer diversen Einzelhandelsstruktur, alternativen Kulturräumen und langjährigen Anwohner*innengruppen wird mehr denn je unter Druck geraten. Doch Amazon ist auch für sich gesehen kein Konzern, der nach Friedrichshain gehört. Amazon ist ein Konzern, der massenhaft neuwertige Waren vernichtet, seine Mitarbeiter*innen ausbeutet und auf seine Milliardengewinne keinerlei Steuern zahlt: Amazon ist kein guter Nachbar.

Der Ausbau der Präsenz großer Tech-Konzerne wie Google und Amazon in Berlin findet in einer Zeit statt, in der Luxusneubau, Clubsterben und Kiezzerstörung, Mietsteigerung und Obdachlosigkeit die Lebensumstände der Bewohner*innen auf den Kopf stellen.
Neben sozialen Einrichtungen wie Kitas und Kinderläden, sind es auch die über Jahrzehnte gewachsenen politischen und alternativen Freiräume in den Kiezen, die unter enormem Druck stehen. Liebig34, Potse, Drugstore, Köpi, Rigaer94, Lause, Syndikat und Meuterei, Friedel54, RAW, K-Fetisch, SabotGarden und Diesel A sind nur die bekanntesten Beispiele von Orten, die entweder bereits verdrängt wurden, oder um ihre Existenz kämpfen müssen. Denn Gewerberäume sind heiss begehrt und Mietverlangen der Eigentümer*innen keiner rechtlichen Beschränkung unterworfen. So können langfristig nur Start-Ups überleben, die mit großen Kapitalsummen aus der Finanzindustrie ausgestattet sind, und Firmen, die rein profitorientiert arbeiten. Diese wirtschaftliche Entwicklung führt in die entsolidarisierten Stadt, die von sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Monokulturen, erbitterter Konkurrenz und einem Leben in Existenzangst geprägt sein wird. Auch dafür stehen Amazon und der Amazon-Tower.

Daher: Keine Berliner Variante der wirtschaftlichen Entwicklung San Franciscos, Seattles oder New Yorks! Keine endsolidarisierte Stadt! Kein Amazon Tower! Wir bleiben alle!


Videobeitrag zur Demo von Freundeskreis Videoclips


Presseschau

rbb24 – Hunderte demonstrieren gegen Amazon-Sitz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.