EINFACH gemeinsam MACHEN! Wofür der widerständiger Laternenumzug gegen Verdrängung am 14. November 2026 steht

Wir wollen eine Stadt, in der alle gut leben können. Dafür kämpfen wir seit Jahren gemeinsam mit unseren Nachbar:innen, mit Mieter:innen-Initiativen, sozialen Einrichtungen und vielen anderen. Wir wehren uns gegen Verdrängung, verteidigen Häuser, organisieren uns als Nachbarschaft und fordern politische Veränderungen ein.

Die Wohnkrise hat Berlin fest im Griff. Für ein paar wenige bedeutet sie Profit, während sie vielen von uns das Leben zur Hölle macht. Das ist kein Naturgesetz. Und politische Lösungen sind keine Raketenwissenschaft, sondern liegen auf der Hand und bereits seit Jahren auf dem Tisch. Wir wollen, dass sie endlich umgesetzt werden!
Das sieht auch die Mehrheit der Berliner Wähler:innen so –  deswegen gibt es jetzt die Aussicht auf eine progressive Regierung. Wir erwarten, dass sie ihren Ankündigungen für eine neue Wohn- und Stadtpolitik Taten folgen lässt – ohne Wenn und Aber und erst recht, wenn sie bei Konzernchefs, CDU-Politiker:innen und der Haupstadtpresse offenkundig Schnappatmung verursachen.
Wir machen weiter Druck und wir werden weiter selbst anpacken. Denn wir wissen, was möglich wird, wenn viele unterschiedliche Menschen einfach gemeinsam handeln.

Die Wohnungsbestände der profitorientierten Konzerne gehören in die Hand der Gesellschaft, nicht an die Börse. Das haben wir Berliner:innen schon 2021 entschieden. Niemand weint Unternehmen wie Heimstaden, die sich an Mieter:innen bereichern und in acht Jahren gerade einmal 85 teure Wohnungen fertiggestellt haben, auch nur eine Träne nach.
Vergesellschaftung einfach endlich machen!

Wohnen ist eine existentielle Frage. In Spanien wurde im September die  87-jährige Maricarmen Abascal aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt, nachdem ihre Miete innerhalb von von acht Jahren schrittweise um 275 Prozent erhöht worden war. Die Rentnerin starb danach erschöpft im Krankenhaus. Hundertausende sind aus Protest auf die Strassen gegangen. International ist der Wohnungsschlüssel zum Symbol für Widestand und für das Wohnen in Würde geworden: Housing for people, nor for profit – dafür kämpfen wir zusammen! Lokal forden wir Schutz vor Zwangsräumungen und vor Energiesperren, Anpassungen der AV-Wohnen-Sätze für Haushalte mit Transferleistungsbezug, und sowieso: auf allen Ebenen Konzepte, um die Mietsteigerung zu stoppen.
Mieten einfach runter machen!

Die fortgeschrittene Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und infolgedessen drohende Eigenbedarfskündigungen setzen rund 400.000 Mieter:innen ganz akut auf den Schleudersitz. Der zukünftige Berliner Senat muss hier Sofortmaßnahmen treffen, um Mietwohnraum zu erhalten und Verdrängung zu verhindern.
Wohnen einfach sicher machen!

Kaputte Heizungen, defekte Haustüren, verschleppte Reparaturen, Fake-Nebenkosten, Zweckentfremdung durch Airbnb, verwahrloste Häuser – und dann noch Wuchermieten und Reibach auf unsere Kosten?! Schluss damit! Wir organisieren uns und unterstützen einander – und das Land Berlin und die Bezirke müssen endlich konsequent gegen solche Machenschaften vorgehen. Dafür brauchen wir eine schlagkräftige Wohnungs- und Mietenaufsicht und ein öffentlich einsehbares Wohnungsregister, das Eigentümer:innen, Mieten und Leerstand transparent macht. Wer Mieter:innen abzockt und Häuser verkommen lässt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.
Mietrechte einfach durchsetzbar machen!

Gewerbemieten können und müssen endlich auf Bundesebene reguliert werden – und bis dahin müssen Land und Bezirke Steuerungsmöglichkeiten finden, um jetzt kleine nahversorgende Läden in den Kiezen und die Vielfalt sozialer und kultureller Einrichtungen zu fördern und zu sichern. Wir brauchen unsere Kitas, Kneipen, Spätis, Buchläden, Clubs. Wir wollen offene Parks, Konsumräume für Drogengebrauchende und Kantinen für alle. Apropos alle: Alle, die hier sind, sind von hier, und müssen selbstverständlich teilhaben können.
Kieze einfach lebenswert machen!

Zäune und KI-Kameras, wie jüngst am Kotti installiert, lösen keine sozialen Probleme. Wir erleben in unserer Nachbarschaft schmerzhaft, wie immer mehr Menschen unter die Räder geraten. Wir brauchen einen Räumungsstopp gegen Wohnungsverlust und den Ausbau von Angeboten gegen Obdachlosigkeit wie Housing First. Wir forden eine Sozialpolitik, die diesen Namen auch verdient, sowie echte und auskömmlich finanzierte gesundheits- und drogenpolitische Strategien statt repressiver Symbolpolitik.
Berlin einfach sozial machen!

Noch kurz vor dem Regierungswechsel treibt der alte Senat neue Hochhäuser am Bahnhof Zoo voran und will im Rudolfband gegen den Widerstand des Bezirks und vieler Anwohner*innen einen riesigen Wohnturm durchsetzen. Während Investoren auf immer höhere Immobilienwerte setzen, stehen Gebäude leer und bezahlbare Räume fehlen. Dauerhaft leer stehende Gewerbegebäude müssen wieder genutzt oder zu Wohnraum umgebaut werden. Spekulation muss unrentabel werden: Wer leer stehen lässt, muss dafür zahlen! Wir fordern einen Abrissstopp für Wohnraum und eine konsequente Instandhaltungspflicht mit harten Sanktionen bei Verstößen.
Bauen & Umbauen einfach gemeinwohlorientiert machen!

Wir wollen mitreden und mitentscheiden! Mit dem Initiativenforum Stadtpolitik Berlin haben sich stadt- und mietenpolitische Initiativen eine direkte Zusammenarbeit mit dem Berliner Parlament erkämpft. Diese Kooperation muss wieder aufgenommen werden. Das Wissen der Bewohner:innen und Nutzer:innen unserer Stadt muss in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden – auf Landes- und Bezirksebene.
Stadtpolitik einfach gemeinsam machen!

Wir sind unterschiedlich. Wir leben zur Miete oder im Eigentum, haben verschiedene Herkunftsgeschichten, Einkommen, Interessen und politische Überzeugungen. Wir müssen uns nicht in allem einig sein, um gemeinsam etwas zu verändern. Wir können streiten, Unterschiede aushalten und trotzdem füreinander einstehen. Solidarität, Menschenrechte und das Eintreten gegen Diskriminierung sind unsere gemeinsamen Grundlagen. Wer Menschen ausgrenzen und uns gegeneinander aufhetzen will, hat uns alle gegen sich!
Zusammenleben einfach solidarisch machen!

Der Kiezdrache entsteht aus der gemeinsamen Kraft der Menschen, die ihn bauen, tragen und auf der Straße zum Leben erwecken. Beim Laternenumzug bringen wir unsere vielen unterschiedlichen Lichter zusammen und lassen daraus etwas Großes entstehen. Wir werden mit unseren Forderungen laut und fordern von der kommenden Landesregierung, endlich eine soziale Stadtpolitik machen. Wir werden weiter für unsere Stadt kämpfen, uns einmischen und die Dinge selbst in die Hand nehmen. Wir fordern von und für uns alle:
Einfach gemeinsam machen!

Kommt alle am Samstag, 14.11.2026, um 16 Uhr auf den Rio-Reiser-Platz. Bringt Laternen und leuchtet!
Zusammen werden wir zum Kiezdrachen und demonstrieren zum Kinderbauerhof im Görlitzer Park, wo ab 18 Uhr wir tanzen (Konzerte!), staunen (Feuershow!), essen (Suppe!) und uns am Feuer und am solidarischen Gemeinsam-Sein wärmen werden (alle Infos hier).

 

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