Netzwerk Andreas Bahe

Entmietung in BOW / ALW Immobilien

„Verdrängung als Geschäftsmodell“ betreiben ALW Immobilien und BOW GmbH in Berlin: Bereits 2011 berichtet der TIP („Häuserkampf“) über Geschäftsführer Andreas Bahe und Abmahnungen, Entmietung, Kündigungen, Räumungsklagen. Diese Praxis ist auch 2017 topaktuell – in weitaus größerem Umfang.

BOW kauft(e) in Kreuzberg und umliegenden Kiezen zahlreiche Häuser. Das simple Ziel: Aufteilung und Weiterverkauf, 100 Prozent Gewinn sind machbar und gehen auf Kosten der verwurzelten Bewohner_innen. Auf dieser Seite informieren wir über die Strategien der Entmietung zwecks Umwandlung in Eigentum und geben Tipps, damit es nicht heißt:

BOW – Bald ohne Wohnung

Der Ablauf lässt sich wiefolgt skizzieren:

  • AnkauBauleiter ALW Immobilienf der Immobilie
  • Modernisierungsmaßnahmen mit teils extremen Mietsteigerungen als Folge, Abmahnungen auch für Nichtigkeiten (Schuhe vor der Tür, Pflanze auf dem Balkon), Kündigung bei unwissentlichem Mietrückstand  – jeweils mit dem Ziel der Entmietung
  • Aufteilung in Eigentumswohnungen und Weiterverkauf

Passend dazu die Stepstone-Stellenanzeige von ALW Immobilien. Zitat eines Ex-Eigentümers:
„Es tut mir leid. Hätte ich gewusst, dass das solche sind, hätte ich an jemand anders verkauft.“

Wer steckt hinter ALW und BOW?

Es gibt die BOW 1, BOW 2 und BOW 3 GmbH mit Sitz in Pfarrkirchen bei Passau. Geschäftsführer ist neben Markus und Wolfgang Oswald: Andreas Bahe. Hier ein Einblick in sein Netzwerk:

Netzwerk Andreas Bahe

Auch ALW Immobilien (die Bahes heißen Andreas, Ludmilla und Walter) machte bereits 2011 negative Schlagzeilen: „Mieter wehren sich gegen Verdrängung“. Die Selbstbeschreibung liest sich freilich anders: „Die ALW-Immobiliengruppe ist ein erfolgreiches mittelständisches Immobilienunternehmen in Familienbesitz und seit 1993 im Markt tätig mit dem Geschäftssitz in 10117 Berlin, Hausvogteiplatz 3-4.“ Proteste also gern direkt an diese(r) Adresse, gilt auch für BOW.

Auf Seiten wie northdata.de lässt das weitere Netzwerk mit den Paninvest-Firmen, WM Grundbesitz und RMI-Immobilien recherchieren.

BOW im Wrangelkiez

Wir informieren zur Entmietungsstrategie im Haus in der Oppelner Straße 28, woraufhin sich Hunderte Nachbarn solidarisch zeigten und damit gegen die Methoden der BOW GmbH demonstrierten. Das ist nötig, denn das Monopoly von Andreas Bahe und seinem Adjutanten Michael Schill („Asset-Manager“ bei der ALW Immobiliengruppe) geht weiter: Zur Lübbener 20 und 24 hat BOW nun auch noch das Haus 21 gekauft. Überall drohen die üblichen BOW-Methoden.

Viele Einzelfälle in ganz Berlin – bitte weitere melden!

Übersichtskarte der BOW/ALW Immobilienobjekte mit Verdrängungsdruck aufrufen.

Häuser der BOW GmbHs, die modernisiert werden und Entmietung im Gange

  • Friesenstr. 14 – Anzeige wegen Aushang im Treppenhaus, der potentielle Wohnungskäufer auf die drohende Verdrängung hinweist. In diesem Kontext auch Informationen zur Umwandlungsverordnung für Eigentumswohnungen.
  • Lübbener Str. 20 – Wer kennt das nicht: Freitagmorgen zur Arbeit gehen, und abends hat man einen Balkon – 3,99m2 neu zur Wohnung, ganz ohne Ankündigung? So etwas gibt es bei der BOW. Anwohner: „Wir waren letzten Sommer sehr aufgebracht und haben auch mit Politikern und Ämtern etc. Kontakt aufgenommen, alles verlief zunächst ins Leere, aber Klagen waren erfolgreich. Mieter sind trotzdem rausgeflogen, Wohnungen trotzdem saniert und für horrende Summen verkauft.
  • Oppelner Str. 28 – 2014 gekauft, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen teilweise ohne Ankündigung. Aus zwei Wohnungen wurden bereits Mieter gedrängt, diese modernisiert und für 5.300€/m2 weiterverkauft. Ein Mieter wurde bis zur höchsten Instanz verklagt, weil er bei der letzten Kontoumstellung einen Zahlendreher produzierte und die Miete unbewusst nicht ankam. Die Klage wurde abgewiesen, der Mieter kann bleiben. Die aktuelle Situation der Sozialhilfeempfängerin im Parterre ist jedoch unklar: Ihr wurde am 5. Mai außerordentlich zum 10, Mai 2017 gekündigt.
    Im Hinterhaus sitzt seit langem der Selbsthilfeverein „Leben und Lachen e.V.“ – Angebot 6,2fache der bisherigen Miete! Ansonsten Kündigung zum 31.12.2017. Verhandlungen laufen.
  • Boppstraße 11-12/Kottbusser Damm 22 (Kino Moviemento)

Aktuell gekauft und unter unserer genauester Beobachtung:

  • Erlangerstr. 9/10: Ging zum 1.4.2017 an die BOW 3 GmbH (ca. 3,9 Millionen für ca. 1.700 m² Wohnfläche), Verkaufsprozess seit September 2016. Vorheriger Eigentümer war Marc Finzel, der das Haus 2006 für 700-750 T€ kaufte. Die Teilungserklärungen in Eigentumswohnungen erfolgte bereits 1999.
    2005/6 wurden den damaligen Mietern, von denen noch sechs Parteien im Haus wohnen, die Wohnungen zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde aber widerrufen.
    Trotz Mileuschutzgebiet haben die Sanierungesverwaltungstelle und  Bezirksamt dem Verkauf Ende 2016 zugestimmt, da es sich bei einem Kaufpreis von € 2.300,- je m² um eine wirtschaftlichen Kaufpreis handelt.
    Verhandlungen im Vorfeld des Verkaufs mit Herrn Biermann (inzwischen Stadtrat in Neukölln) verhandelt und nach dem Verkauf im März 2017 ein Treffen mit Frau Giffey und Herrn Biedermann, diese wollten ein Treffen mit den Eigentümern arangieren, kam bislang nicht zu Stande.
    2013 wurde die Fassade hinten gedämmt, Klage/Verfahren seit Herbst 2015 vor dem Amtsgericht Neukölln; Urteilsverkündung für den 18. Juli geplant.
  • Fichtestraße 30 (gehört Walter u. Ludmilla Bahe GbR, Hausvogteiplatz 3-4)
  • Fidicinstraße 42
  • Friedelstr. 9
  • Friesenstr. 11 (Hausverwaltung ADO)
  • Jahnstr. 3 (zum 1.2.17 an die BOW 3 GmbH verkauft)
  • Lausitzer Str. 8
  • Lübbener Str. 21: Verkauft mit wirtschaftlichem Übergang rückwirkend zum 1.1.17 an die BOW 3 GmbH, GF Andreas Bahe. Mitgeteilt wurde den Mietern dies mit einem auf den 7.4.17 datierten Schreiben. Mit einem Schreiben vom 24.2.17 wurden die Mieter vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bereits über den Verkauf informiert (und darüber, dass sich „der Käufer dazu verpflichtet hat, solange die Erhaltungsverordnung gilt, längstens jedoch für 20 Jahre, auf Mieterhöhungen nach Modernisierungen gem. § 559 BGB zu verzichten.“)
  • Lübbener Str. 24
  • Oranienstraße 9
  • Reichenberger Str. 55 (Abwendungserklärung zum Vorkaufsrecht des Bezirks von BOW 3 unterzeichnet, Inhalt wie Lübbener 21. Kita im Haus)
  • Wiener Straße 54
  • Wrangelstraße 62

Verkauf an BOW erfolgreich verhindert

  • Liberdastr. 10 – „Vorkaufsrecht als Ausweg – Neukölln bremst Spekulanten aus“ berichtete zunächst die TAZ: „Vor einigen Monaten hat die Firma BOW aus dem niederbayrischen Pfarrkirchen die Liberdastraße 10 in Nord-Neukölln gekauft. (…) „Offenbar ist es das Geschäftsmodell des neuen Eigentümers, die Wohnungen in Eigentumswohnungen umzuwandeln und teuer zu verkaufen.“
    Nun vermeldet die BILD, dass das Haus tatsächlich der BOW entrissen wurde und an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ ging.

Häuser der BOW/ALW – teils abgeschlossen, weiterverkauft, entmietet

  • Graefestr. 80 (2011, ALW Immobilien GmbH der Familie Bahe, vollständige Entmietung. Verkauf der Wohnungen als Eigentumswohnungen. Vorder-/Hinterhaus wurden komplett saniert und wärmegedämmt, Dachgeschosse ausgebaut, an jedes Haus ein Aufzug angebaut, Balkone erneuert/zusätzliche über Eck angebracht, neue Klingelanlage, Tableau – alles was machbar war, hat man dort gemacht. Mieter wandten sich damals an Klaus Wowereit)
  • Andreas Bahe BOW GmbH: EntmietungMariannenstr. 31/32 (TIP Artikel: Andreas Bahe auf Seite 34 „Einige nennen ihn Miethai“ – Auszug rechts); mehr als 2/3 in Eigentumswohnungen umgewandelt
  • Monumentenstr. 19 (Leerstand ohne Sanierung; wurde von einem Anwalt im Haus abgewendet: BOW musste sanieren)
  • Saalestrasse 34 (Bahe GmbH & Co. KG, Baden-Baden, Hildastr. 27 – 2013 gekauft. Dach neu gedeckt, hintere Fassade wärmegedämmt, neue Balkone & Fenster, neue Klingelanlage und Tableau. Weiterverkauft?)
  • Arndtstr. 38: Ca. 2011 gekauft und in Eigentumswohnungen umgewandelt. Einige sind ausgezogen, einige haben gekauft und einige sind neu
    hinzugekommen als Eigentümer, die in ihrer Wohnung leben.
    Zehn Wohnungen, davon vier noch zur Miete.

Weitere Objekte

  • Leuschnerdamm 21 – ging der Recherche nach nicht an BOW, sondern PSC Gmyrek GmbH aus Braunschweig, Status: „Es läuten sämtliche Alarmglocken: Fast alle Mieter mussten ihre Keller räumen, die Hausreinigung wurde eingestellt, Fahrräder entfernt, aggressive Briefe“

Hausverwaltung für BOW ist in der Regel die Firma Ernst G. Hachmann GmbH.
[Alle Angaben nach bestem Wissen. Eventuelle Korrekturen bitte melden]

Unser Ziel: Betroffene Mieter_innen kraftvoll vernetzen und Methoden zu entwickeln, um gegen den Entmietungsdruck der BOW und ALW anzukommen. Mieter_innen sind weder rechtlos noch machtlos. Meldet Euch unter stop-bow-alw@bizim-kiez.de.

Alles zur Vernetzung der Mieter/innen in BOW/ALW Häusern