HG Lindenau bezieht mit der Nachbarschaft einen neuen Wohnladen

Die Anwälte von Hans Georg (»HG«) Lindenau informieren über das Erzielen einer einvernehmlichen Einigung zwischen ihrem Mandanten und dem Eigentümer des Hauses in der Manteuffelstr. 99, der seit Jahren gegen den Betreiber des »Gemischtwarenladens mit Revolutionsbedarf« prozessierte.


Anfang der Pressemitteilung der Anwälte:

Pressemitteilung am 24.6.2017
der Rechtsanwälte Draeger, Müller und Raabe

M99 Gemischtwarenladen mit Revolutionsbedarf bleibt in Kreuzberg

Das langjährige Ringen um den Verbleib des »Gemischtwarenladens mit Revolutionsbedarf« in Kreuzberg hat im Mai 2017 ein positives Ende gefunden.

Hans Georg „HG“ Lindenau, der Betreiber des seit 1985 in der Kreuzberger Manteuffelstr. 99 ansässigen Geschäftes, wohnte bisher auch in diesem Ladenlokal. Er ist seit 1989 querschnittsgelähmt und im Alltag auf den Rollstuhl und die Assistenz durch die Kunden im Laden angewiesen. Bereits im Jahr 2015 wurde er rechtkräftig zur Räumung verurteilt. Die zuletzt für den 22.09.2016 angesetzte Räumung wurde durch einen Beschluss des Landgerichts Berlin am 21.09.2016 praktisch in letzter Minute abgewendet.
Das Landgericht sah in der beabsichtigten Räumung eine mögliche Gefahr für Leib und Leben von Herrn Lindenau. Zur Klärung wurde vom Gericht ein Gutachter bestellt, um die Räumungsfähigkeit festzustellen, doch das Gutachten bestätigte Ende März die mögliche Gefährdung.
Zwischenzeitlich schloss die „Stiftung Umverteilen“ mit Herrn Lindenau einen Mietvertrag (gültig ab dem 01.05.2017) über behindertengerechte und rollstuhl-geeignete Gewerberäume in der Kreuzberger Falckensteinstraße 46. Die Stiftung verfügt dort über ein Hausgrundstück und ermöglicht in der Gewerbefläche nahe der Oberbaumbrücke die Weiterführung des einzigartigen Wohnladenkonzeptes, das die Lebensgrundlage für HG Lindenau darstellt.
In mehrmonatigen Verhandlungen gelang es den Anwälten von Herrn Lindenau, eine beiden Seiten gerecht werdende Lösung für den Umzug zu finden. Damit ist die berufliche Existenz von Herrn Lindenau gerettet und der einzigartige Laden als Bestandteil Kreuzberger Alternativkultur kann weiter geführt werden.

Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

RA Burkhard Dräger, 618 50 18
RA Christoph Müller, 396 50 90
RA Benjamin Raabe, 7809 666 20

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Ende der Pressemitteilung


Bizim Kiez hat den gesamten Prozess begleitet und hilft jetzt beim Umbau

Die Nachbarschaftsinitiative »Bizim Kiez – Unser Kiez« hat HG seit Jahren unterstützt, mobilisiert und letztlich alternative Räume für ihn organisiert. Letztes Jahr wurde er nach fast 30 Jahren Betrieb des M99, Infoladen und Revolutionsbedarf um ein Haar aus den Räumen in der Manteuffelstraße zwangsgeräumt. Das konnte mit viel öffentlichem Druck vermieden werden. Inzwischen haben wir mit der Stiftung Umverteilen einen neuen Platz für HG und sein einzigartiges Lebenskonzept des durch Kunden betreuten Wohnladens gefunden. Er kann nun also umziehen in die Falckensteinstraße 46, wo er endlich eine ebenerdige Fläche bezieht, in der er hinten wohnen und vorne seinen Laden betreiben kann.
Die Nachbarschaft ist auch jetzt wieder zur Stelle, organisiert und hilft in einer gemeinschaftlichen Anstrengung, die Räume so umzubauen, dass sie komplett rollstuhlgerecht nutzbar sind und für das einzigartige Konzept des Wohnladens mit Kundenassistenz geeignet sind. Handwerkliche Helfer/innen sind stets willkommen!
Die Neueröffnung wird im Juni stattfinden.

Weitere Hintergründe und Berichte auf der Website von Bizim Kiez

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