derFreitag / Porträt: Hans-Georg Lindenau

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Sophie Elmenthaler in „der Freitag“
Ausgabe 4215 | 11.11.2015 | 06:00


„Revolution ist erst mal nichts Positives“

Hans-Georg Lindenau betreibt seit über 25 Jahren einen Laden für Revolutionsbedarf in Berlin. Ist das heute nicht Folklore?

„Wer vom Görlitzer Bahnhof in Berlin-Kreuzberg Richtung Norden durch die Manteuffelstraße läuft, trifft häufig auf Touristen. Falafelläden wechseln sich mit Spätverkaufsstellen, Designmöbelgeschäfte mit überteuerten Secondhandshops ab. Die meisten Häuser sind saniert, Brandmauern tragen Street-Art. Dann passiert man plötzlich einen grau verputzten Altbau mit abgeblätterten Fensterrahmen, an der Fassade hängen Jacken und Rucksäcke, mit Ketten gegen Diebstahl gesichert. Wie aus der Zeit gefallen wirkt das Haus, wie ein Fossil des alten, dreckigen Punker-Kreuzbergs.

Über dem Hochparterre prangt ein handgeschriebenes Schild: „M99 – Laden für Revolutionsbedarf“. Er gehört Hans-Georg Lindenau, und wer den Laden betritt, wird erst mal angepflaumt. „Bitte entspann mich, indem du dich zum Känguru machst mit deinem Rucksack“, sagt eine Stimme, noch bevor der dazugehörige Körper zu sehen ist. Känguru? Damit meint Lindenau, erklärt er später, dass der Rucksack vor dem Bauch getragen werden soll. Das zweiteilige Geschäft ist so vollgestellt, dass es schwierig ist, nicht irgendwo anzustoßen.“

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Eine Kiezlegende soll verschwinden: Alles zur Manteuffelstr. 99

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