Bizim Kiez Ziele

Diskussion und Plenum über mehrere Abende

Am einigen Abenden (1. Treffen: Dienstag, den 4. August, 2. Treffen: Dienstag, 25. August) haben sich viele Menschen in der Kantine des Kerngehäuses zusammengefunden, die als Bizim Kiez gemeinsam aktive Arbeit in der Nachbarschaft leisten. Nach einigen Monaten der gemeinsamen Arbeit schien es vielen angebracht, sich über grundsätzliche Themen zu verständigen, in größerer Runde zu diskutieren welche Ausrichtung Bizim Kiez haben soll, das weitere Vorgehen miteinander zu diskutieren.

BizimKiez-Zielfindung-Punktekleben_1

Die Treffen wurde über mehrere Wochen vorbereitet und alle Aktiven waren aufgerufen per E-Mail ihre Kernsätze zur Benennung der Ziele, die Bizim Kiez als Gruppe anstreben soll, zu schreiben. Alle Rückmeldungen wurden anonymisiert und als Sammlung wiederum an alle zurückgeschickt, so dass alle zum Treffen auf dem gleichen Informationsstand sein konnten. Außerdem wurden die benannten Ziele in einige Themen als Fragen zusammengefasst, zu denen jeweils unterschiedliche Antworten zur Auswahl hinzugefügt wurden. Zudem konnten weitere Themen und Antworten beim Treffen hinzugefügt werden.

Dokumente: 
> Perspektivensammlung: Rücklauf der Bizim Kiez Befragung zur Vorbereitung
> Zusamenfassung zum Handout-Zielfindung_Bizim-Kiez

Verfahren zur Visualisierung von Wichtigkeiten

Beim den Treffen bekamen alle Anwesenden 24 grüne Klebepunkte, die sie wie ein „Ja“, wie ein „mir am wichtigsten“ als Antwort auf die verschiedenen gestellten Fragen bzw. Themenblöcke  benutzen konnten. Dieses dadurch entstandene Meinungsbild diente uns später als Diskussionsgrundlage.

Ergebnis vom 4. September:

Diskussion über Handlungsfähigkeit und Entscheidungsverfahren

Die Gruppe sprach ausgiebig darüber, wie Bizim Kiez Entscheidungen trifft, ohne das Eigeniniativen ausgebremst werden. Wir wollen auf der einen Seite möglichst gemeinsame Positionen vertreten und andererseits allen Aktiven die Freiheit lassen, sich mit ihren Ideen und besonders mit ihren Aktionen einzubringen.

So treffen wir Entscheidungen:

Konsens war bei allen Teilnehmenden, dass nicht alle Entscheidungen breit diskutiert werden müssen – Eigeninitiative ist stets willkommen und soll auch selbstbestimmt möglich sein (siehe Leitline weiter unten). 

Gemeinschaftlich wurde sich für das Konsensprinzip als angestrebtes Entscheidungsverfahren ausgesprochen. Es wurde betont, dass es Freiheit und zugleich Vertrauen braucht, um einen Konsens finden zu können. Falles es nicht möglich sein sollte einen breiten Konsens zu finden, soll das entsprechende Thema fallen gelassen werden, da es dann offensichtlich ist, dass es nicht von einer Mehrheit getragen wird.

Transparenz von Arbeitsweisen und Diskussionen sind notwendig und wichtig, um Entscheidungen für oder wider Themen nachvollziehen zu können. Viele Missverständnisse können aufgelöst werden indem etwas erklärt und nachvollziehbar gemacht wird.

Bei bestimmten, größeren Entscheidungen, die die Außenwirkung von Bizim Kiez betreffen, kann eine breitere, größere Absprache, Diskussion mit möglichst vielen Bizim-Kiezler/innen notwendig werden. Sowohl das Einholen eines Meinungsbildes von den Teilnehmenden einer Mittwochsversammlung, als auch ein speziell einberufenes Treffen für alle daran Interessierte kann hierzu genutzt werden. 

Die Arbeitsgruppen können und sollen selbstständig die für ihre Arbeit notwendigen Entscheidungen alleine treffen = „Autonomie der Arbeitsgruppen“. Bei weitreichenden Positionierungen und Entscheidungen soll dann nach der Diskussion in den AG’s die Koordinierungsrunde in die Diskussion mit einbezogen werden.

Die Koordinierungsrunde ist eine offene Runde, in der sich alle stets einbringen können, unabhängig davon ob sie in einer AG sind, oder welche Aufgabe sie dort übernehmen.

Wir haben dazu eine Leitlinie entwickelt, die das Arbeiten von Einzelnen oder von Gruppen für Bizim Kiez einfach machen soll:

  1. Hast du das Gefühl, alles ist gut: Dann mach!
    Alle vertrauen allen anderen Aktiven, dass sie erkennen können, ob ihre eigenen Ideen und Handlungen, den Zuspruch der gesamten Gruppe erhalten würden, oder ob zu erwarten ist, dass sich Teile der Gruppe davon distanzieren würden. Jede/r ist also aufgerufen den mutmaßlichen Konsens der Gruppe zu antizipieren und hat freie Hand, wenn er/sie keine Einwände erwartet.
  2. Bist du dir nicht sicher, ob Leute was dagegen haben könnten: Frag bei denen nach bevor du was machst.
    Immer ist es gewünscht, Ideen und Handlungen, mit anderen in der Gruppe abzustimmen, indem man die eigenen Ideen, Maßnahmen, Handlungen als Vorschläge einbringt. Je weniger Widerspruch aus der Gruppe zu erwarten ist, desto weniger muss eine Handlung abgestimmt sein. Das geht von totaler Selbstbestimmung (z.B. für künstlerische Beiträge, Interviews, Facebook-Posts), über Abstimmung mit Einzelnen anderen (z.B. beim Einholen von Informationen über Investoren, oder der Vernetzung mit anderen Initiativen), über Abstimmung innerhalb einer Arbeitsgruppe (z.B. bei der Durchführung von größeren Aktionen, oder dem partiellen Umbau der Website), über die Konsultation der Koordinierungsgruppe (z.B. bei allem was größere Öffentlichkeit im Namen von Bizim Kiez schafft, etwa dem Mobilisieren für neue Fälle, oder der Planung für Veranstaltung), bis zur Abfrage des Gesamtplenums (bei großen Richtungsentscheidungen).
  3. Haben einige was gegen das, was du gerade machst: Hör auf damit und frag bei noch mehr Leuten nach.
    Immer können einzelne ihren Unmut oder ihre Bedenken auf jeder Ebene äußern, wenn sie das Gefühl haben, irgendwas läuft trotz dieses Verfahrens schief. Sollte es gegen eine Handlung solchen berechtigten Gegenwind geben, wird die Handlung abgebrochen und im nächst größeren Kreis dargestellt und diskutiert, um dadurch einen Konsens zu finden.

 

Welche Organisationsform streben wir an?

Welche-Organisationsform

Stimmungsbild mit Punkten:
25 • Engagierte Nachbarschaft (Prinzip Freiwilligkeit)
20 • Basisdemokratisch engagierte Nachbarschaft
17 • APO Außerparlamentarische Opposition
7 • Verein (mit Satzung, Vorsitzenden etc.)
7 • Partei (mit politischem Gestaltungswillen)
1 • Firma (mit verteilten Jobs)

Fazit aus dem Gespräch:
52 Punkte zeigen an, dass der Gruppe sehr wichtig ist, lieber keine klassische Organisationsstruktur (Verein, Partei) aufzubauen. 7 Punkte zeigen an, dass vor allem in Bezug auf praktische Zwecke (z.B. Kontoführung, Sprecher/in) einige einen Verein für angebracht halten. Ebenfalls 7 Punkte zeigen an, dass einige die gewünschte politische Einflussnahme besonders als Partei für möglich halten.

Was ist unsere generelle Ausrichtung?

BizimKiez-Generelle-AusrichtungStimmungsbild mit Punkten:
32 • Politische Einflussnahme?
27 • Aktive Rolle in der Stadtentwicklung übernehmen?
25 • Anregung zur Selbstorganisation?
20 • Öffentlichkeit für Ungerechtigkeit herstellen?
14 • Handlungsfähigkeit für Betroffene herstellen?
1 • Negative Akteure gesellschaftlich isolieren?
1 • Positive Akteure gesellschaftlich aufbauen?
1 • Aktive Rolle in der (lokalen) Immobilienwirtschaft übernehmen?
1 • Soziale Betreuung (Hilfe) der Betroffenen?

Fazit aus dem Gespräch:
Die Gruppe möchte größtes Gewicht auf die politische Einflussnahme legen und eine aktive Rolle in der Stadtentwicklung einnehmen. Die Begriffe Politik und Stadtentwicklung wurden dabei größer und weiter gefasst. Straßenpolitik wurde genauso als politische Handlung verstanden die eine aktive Rolle in der Stadtentwicklung und somit in der Gesellschaft übernimmt, wie Bezirkspolitik und Stadtentwicklung vom Bezirk. Beide Auffassungen sollen nebeneinander stehen können und gemeinsames, ineinandergreifendes Handeln möglich sein.
Bizim Kiez hat bisher als breites Bündnis Politik gemacht, und will dies auch weiterhin so tun.
Das Herstellen von Öffentlichkeit für Ungerechtigkeiten wünschten sich viele als Ausrichtung von Bizim Kiez.
Bei der Ausrichtung gegenüber Betroffenen ist sehr deutlich, dass die Gruppe die Selbstorganisation der Betroffenen fördern will, wobei deren Handlungsfähigkeit hergestellt werden soll. Dagegen möchte nur eine Person tatsächlich soweit gehen, Betroffenen eine soziale Betreuung zukommen zu lassen.
Im Gespräch hat sich gezeigt, dass die Antwortoption „Aktive Rolle in der (lokalen) Immobilienwirtschaft übernehmen“ sprachlich-semantisch nicht verstanden wurde. Gemeint waren Beteiligungsideen wie „Mietshäuser Syndikat„, „Eigener sozialer Immobilien-Fond“, „Genossenschaftliches Prinzip“ usw. Nachdem dies geklärt wurde, gab es viele positive Stimmen dazu (leider nicht visualisiert).

Was ist der inhaltliche Fokus von Bizim Kiez?

Diese Frage wurde ursprünglich anders gestellt, in der Abstimmung aber sprachlich angepasst. Ursprünglich war sie eher negativ formuliert: „Wo ist die inhaltliche Abgrenzung  von Bizim Kiez?“

BizimKiez-inhaltlicher-FokusStimmungsbild mit Punkten:
42 • Geht es um die Gestaltung der Gesellschaft?
35 • Geht es um Verdrängung?
25 • Geht es um Kleingewerbe?
9 • Geht es um politische Rahmenbedingungen?
9 • Geht es um Mieter/innen-Interessen?
8 • Geht es um Gentrifizierung?
6 • Geht es um Anwohner/innen-Interessen?
4 • Geht es um Touristifizierung?
1 • Geht es um die Ideologie der Preissteigerung?

Fazit aus dem Gespräch:
Im Gespräch wurde deutlich, dass es bei den aufgeführten Themen viele inhaltliche Schnittmengen gibt, die themenübergreifend verstanden wurden. Breiter Konsens bestand darin, dass Bizim Kiez eine Anwohner/innen-Iniative sein soll, ein Bündnis gegen Verdrängung und für ein solidarisches Miteinander.
Eindeutig wünscht sich die Gruppe, das besonderes Gewicht darauf gelegt wird, zu zeigen, was die gesellschaftlichen Zusammenhänge sind. Bizim Kiez will eingreifen in die Gestaltung der Gesellschaft.
Der Begriff „Verdrängung“ scheint, obwohl er eher unspezifisch verstanden wird, den Fokus zentral anzusprechen. Es gibt aber weiteren Klärungsbedarf, was denn nun eine Verdrängung mit Bezug auf Stadtentwicklung darstellt und was nicht. Hier greift die Begriffsklärung auf andere Themen über (die noch besprochen werden müssen).
Die Genese von Bizim Kiez über den „Fall Bizim Bakkal“ führt sicherlich dazu, dass sehr vielen in der Gruppe das Thema Schutz des alteingesessenen und Anwohner/innen-versorgenden Kleingewerbes einschließlich kleiner Handwerksbetriebe sehr wichtig ist.
Ungefähr ausgewogen weil unstrittig scheint zu sein, dass es sowohl um Mieter/innen-Interessen im besonderen, wie um Anwohner/innen-Interessen im etwas Allgemeineren geht. Das Thema Touristifizierung wird als nicht sonderlich zentral angesehen.


Ergebnis vom 25. August:

In den Tagen vor dem zweiten Treffen wurde per E-Mail ein neues Thema eingebracht, das den meisten vordringlich erschien. Es sollte diskutiert werden, wie es mit den Mittwochsveranstaltungen weitergehen kann, wobei dies unter der folgenden Überschrift geschah.

Wie permanent arbeitet Bizim Kiez?

Wie-permanent-arbeitet-Bizim-kiez-web2Stimmungsbild mit Punkten:
20 • Wir verständigen uns auf einen Modus, uns zu treffen und in Kontakt zu bleiben, um neue Fälle aufzutun, Neues anzuschieben, der weniger Zeit abfordert. Vorschlag: Ein offeneres Treffen als die „KO-Runde“, z.B. 2-wöchentlich und nicht am Wochenende.
16 • Wir machen weiter bis Ende September, dann wöchentliches Treffen z.B. im Nachbarschaftszentrum.
8 • Wir machen ein schönes Sommer-Abschluss-Event und danach 2-wöchentliche Mittwochstreffen oder ggf. einzelne(?) Veranstaltungen.
6 • Wir machen solange Mittwochsveranstaltungen vor Bizim Bakkal, wie sich jemand findet, der sie organisiert – solange bis sie wegen Beteiligung oder Witterung ein natürliches Ende finden.
6 • Wir verständigen uns darauf, auf einer der nächsten Mittwochsveranstaltungenunseren Nachbarn vorzuschlagen, die Veranstaltung vor BB abzuschließen, solange es noch Spaß macht und gut wirkt – um beim nächsten Fall wieder wieder mit Lust und Freude gemeinsam in Erscheinung zu treten. (Wir können anschließend im Kiez Zettel kleben: Bizim Kiez lebt / Haltet Augen, Ohren offen / entmietung bitte an Bizim Kiez melden).
2 • Wir treffen uns zu „Anlässen“ wie Rosh Hoshanah, Erntedank, Bayram etc. und zu Fällen.
0 • Wir führen jeden Samstag KO-Treffen weiter, solange es Teilnehmer gibt. Wenn niemand mehr kommt, zeigt sich von selbst, dass wir sie nicht mehr bestreiten können oder sie nicht mehr brauchen.
0 • Wir können als Gruppe über diese Frage gar keine Vereinbarung treffen, da es sich um Maßnahmen und nicht um Ziele handelt und das Prinzip der Freiwilligkeit gilt. Prinzip der Freiwilligkeit heißt: Dinge passieren, solange einzelne noch mitmachen wollen.

Fazit aus dem Gespräch:
Es bestand großer Konsens darüber, dass es eine großartige Leistung darstellt, dass die Mittwochsveranstaltungen über so viele Wochen von den vielen Beteiligten organisiert wurden. Wir haben darüber sehr viele Menschen informiert und mobilisiert, die Nachbarschaft zusammengebracht und allen wunderbare Gemeinschaftserlebnisse beschert, und dabei die Menschen sowie die Bewegung stark mit Energie aufgeladen. Alle sind sich einig, dass es uns gelungen ist, eine stabile nachbarschaftliche Verbindung und Vernetzung im Kiez zu etablieren, die belastbar und arbeitsfähig erscheint. Dennoch ist es vielen schlicht zu anstrengend im wöchentlichen Rhythmus weiterzumachen, zumal vielen die inhaltliche Arbeit zunehmend wichtig erscheint, zu der aber kaum Kapazitäten übrig bleiben, weil von allen Aktiven sehr viel Kraft in die Organisation der Straßen-Events fließt. Anderseits fürchten viele, dass die Beendigung der wöchentlichen Treffen, als Zusammenbrechen der Bewegung gewertet würde (sowohl intern wie extern).
Es wurden verschiedene Vorschläge gemacht, wie weiterhin öffentliche Versammlungen in verändertem Rhythmus (Taktung) stattfinden könnten: 2-wöchentlich, 4-wöchentlich, sporadisch Fall-bezogen (nach Vorbild „Castor-Transporte“). Und es wurde über eine veränderte Form diskutiert: Weiter im Straßenraum oder Verlegen in Innenräume (z.B. ins Nachbarschaftshaus oder in einen der großen Clubs), weiter mit der Mischung aus Info- und Kultur-Programm machen, oder eher große öffentliche Plena durchführen?

In Stimmungsbildern näherten wir uns an:
Nicht mehr wöchentliche Versammlungen – eine Dreiviertel-Mehrheit (21:7) zeigte an, dass der wöchentliche Rhythmus nicht permanent aufrechtzuerhalten ist.
Monatliche Versammlung – eine noch deutlichere Mehrheit (23:5) möchte jeden Monat eine öffentliche Veranstaltung machen. Der Vorschlag war: jeden x.ten Mittwoch im Monat.
Wochen-Rhythmus endet am 9. September – mit deutlicher Mehrheit wurde dieser Tag Zwischen drei Optionen (2:11:19) beschlossen.

Eine Arbeitsgruppe (gemeldet haben sich: Gabriela, Verena, Elske, Heba, Gaby, André) erarbeitet bis zum 8. September, an dem der dritte Teil des Ziele-Meetings stattfindet, Vorschläge zu diesem Thema:
1) Wie kommunizieren wir den nun monatlichen Rhythmus der Versammlungen?
2) Welche Form kann/soll die monatliche Bizim Kiez Versammlung haben?

Hier ist das Arbeitsergebnis der Arbeitsgruppe:
> Konzeptvorschlag zu monatlichen Treffen herunterladen

Welche Haltung zur Politik nehmen wir ein?

Haltung-zur-Politik-2-web

Stimmungsbild mit Pünktchen:
46 • Wollen wir Probleme aufzeigen und die Politik vor uns hertreiben?
24 • Wollen wir eigene Gesetzesinitiativen entwickeln?
17 • Wollen wir im Sinne von Lobbying in die Politik eingreifen?
13 • Wollen wir kooperieren und aktiv mitgestalten in den Strukturen der Politik?

Fazit aus dem Gespräch:
Das Meinungsbild zeigte, dass wir uns wünschen „Probleme aufzuzeigen und ‚die Politik‘ vor uns herzutreiben“. Es ist in der Diskussion auch deutlich geworden, dass wir uns nicht von „der Politik“ funktionalisieren lassen wollen sondern umgekehrt dann das Gespräch mit der Politik suchen, wenn es zur Durchsetzung unserer Interessen notwendig erscheint. Dies geschieht natürlich über Veröffentlichungen, Briefe oder Reden, aber auch der persönliche Austausch und Kontakt zu Politiker/innen kann hier sinnvoll sein.
Diese persönliche Gesprächsaufnahme kann verschiedene Formen haben: z.B. bieten sich „runde Tische“ auf nachbarschaftlicher Ebene oder andere eher interne Veranstaltungen an, zu denen wir Politiker/innen (Amtsinhaber/innen) zu uns einladen. Solche Aufeinandertreffen müssen vorher gut innerhalb der Gruppe vorbereitet und miteinander abgestimmt werden. Dies im besondern damit alle Aktiven sich aufeinander verlassen können, dass eine Gesprächssituation auch als solche genutzt werden kann.
Nicht geeignet erscheinen unsere öffentlichen Versammlungen für den „Dialog mit der Politik“, weil das missverstanden werden könnte, in dem Sinne, dass wir den Politiker/innen ein Forum böten, um ihre Positionen darzustellen.
Prinzipiell können alle selber entscheiden, wie sie persönlich mit der Politik in Kontakt treten wollen. Natürlich hat niemand dabei Vertretungsanspruch gegenüber der Gruppe, aber schon den Auftrag, unsere politischen Forderungen deutlich zu machen.
Obwohl die Frage nach den eigenen Gesetzesinitiativen relativ viele Punkte bekommen hat, zeigte sich im Gespräch eine große Skepsis gegenüber unserer Befähigung, Gesetzesinitiativen tatsächlich erfolgreich zu gestalten. Die Erfahrung mit dem „Berliner Mietenvolksentscheid“ brachte hier große Ernüchterung.

(Die Zusammenfassung bis hier hin entstand in der Zusammenarbeit von Gaby und Magnus.)


Ergebnis vom 8. September:

Die Sitzung wurde im Wesentlichen bestimmt von der Einigung darüber, wie der Turnuswechel von wöchentlichen Veranstaltungen auf der Straße zu einem weniger dichten Veranstaltungszyklus vonstatten gehen soll. Dazu hatte sich eine gesonderte Arbeitsgruppe vorab getroffen und Vorschläge vorbereitet. Bei der dritten „Zielfindungssitzung“ waren 16 Menschen anwesend.

Wann und wie finden ab Herbst die Bizim Kiez Versammlungen statt?

Damit die Bizim Kiez Bewegung weiterhin öffentlich präsent bleibt, und weiterhin Menschen eine Anlaufmöglichkeit zu den Aktiven haben, ist eine regelmäßige öffentliche Veranstaltung wichtig. Allerdings sollte der Zeitaufwand zur Organisation dieser Veranstaltung minimiert werden und die Arbeitsweisen der Bizim Kiez Gruppe(n) sollte möglichst transparent und zugänglich gestaltet werden. Die zeitliche Struktur des Veranstaltungsrhythmus sollte klar verständlich sein, so dass es leicht zu kommunizieren ist und Neulinge (oder Aktive nach einer Auszeit) sofort mitmachen können. Darum wollen im folgenden Rhythmus weitermachen:

Geplant sind zweiwöchentliche Treffen, jeweils im Wechsel eine Draußen-Mittwochs-Veranstaltung und eine Drinnen-Plenums-Veranstaltung. Dazwischen können/sollen sich die Arbeitsgruppen oder die zu speziellen Aufgaben gebildeten kleinen Teams, zu individuellen Terminen treffen, damit beim jeweils nächsten Treffen Arbeitsergebnisse vorliegen. D.h. jeden Monat findet eine Versammlungen auf der Straße und ein Plenum statt:
Immer am zweiten Mittwoch im Monat soll die Straßen-Veranstaltung stattfinden und immer am vierten Mittwoch im Monat die Plenums-Veranstaltung.


Die weiteren Themen, zu denen schon „Pünktchen-Wertungen“ eingesammelt wurden, werden bei Bedarf in den folgenden Plena besprochen

Folgende Themenblöcke sind offen geblieben:

  • angrenzende Themen
  • lokale Abgrenzung
  • Haltung zu Verdrängungsfällen
  • Wer kann Teil sein
  • Gegner/innen

 

Siehe dazu auch im internen Bereich unter :
Arbeitsgemeinschaften (AG’s)

2 Gedanken zu „Bizim Kiez Ziele

  1. Steff

    Tolle arbeit/zusammenfassung! Ich bin richtig beeindruckt, dass wir in den paar stunden soviel geschafft haben – ihr habt das alles sehr schön und wertfrei auf den punkt gebracht!!! ich fühle mich gut informiert – das macht spass und gibt mir energie! Danke.

    Antworten

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